Deos mit Aluminium harmloser als gedacht
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Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nimmt die menschliche Haut weniger Aluminium auf als bisher angenommen. Es warnt im Gegenzug wiederholt davor, Lebensmittel von dem Element möglichst fernzuhalten.

Aluminium steht im Verdacht, nicht den besten Ruf zu haben. Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie hoch die Gefahr von Deo mit Aluminiumgehalt für die menschliche Haut und damit den menschlichen Körper ist. Ausgangspunkt dafür waren verschiedene Studien, die auf diese Gefahr hinwiesen. Ungeachtet dieser Diskussion haben sich zahlreiche Hersteller nicht beirren lassen und weiter auf das Element in ihren Produkten gesetzt.

Dabei gilt es eigentlich, zwischen Deos und Antitranspirantien zu unterscheiden. Denn Aluminium kommt nur in letzteren vor. Das legt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nahe, das in seiner jüngsten Untersuchung zu einem überraschenden Ergebnis kommt. Demnach ist Aluminium für die menschliche Haut weniger gefährlich als gedacht. In der Erklärung dazu ist die Rede von Antitranspirantien, der Begriff „Deo“ bzw. „Deodorant“ fällt an keiner Stelle.

Wirtschaftlich unabhängige Bewertung

„Durch die Haut wird signifikant weniger Aluminium aufgenommen als auf bislang vorliegender, limitierter Datenbasis berechnet“, wird darin BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Andres Hensel zitiert. Das Institut ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit.

Wie kommt es nun zu der neuen Bewertung? Die Studien der vergangenen Jahre wiesen den Angaben des BfR zufolge verschiedene Mängel auf. So sei bei einer etwa die Datenlage widersprüchlich gewesen. Eine neuere Studie aus dem vergangenen Jahr habe belastbarere Ergebnisse zutage gefördert, weshalb das Institut sich veranlasst gesehen habe, jetzt Stellung zu beziehen.
 

Vorsicht bei Trinkflaschen, Backblechen und Grillschalen

Wer sich grundsätzlich vor einer zu hohen Aluminiumaufnahme schützen wolle, solle darauf achten, dass „vor allem saure und salzhaltige Lebensmittel und Getränke nicht mit Aluminium in Kontakt kommen, etwa über Trinkflaschen, Backbleche, Grillschalen“, teilt das BfR weiter mit.

Denn ein hoher Aluminiumgehalt im Körper sei nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand nach wie vor kritisch zu betrachten. Er könne negative Auswirkungen auf das Nervensystem, die Nieren und die Knochen haben. Zumindest kann nun davon ausgegangen werden, dass Aluminium in Deos bzw. Antitranspirantien bei einer Anwendung nicht dazu beitragen, dass dessen Gehalt im Körper steigt.
 

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