Diarrhö: So helfen Glucose-Elektrolyt-Mischungen
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Bei einer Diarrhö verlieren die Patienten viel Flüssigkeit. Um diese auszugleichen, bieten sich Glucose-Elektrolyt-Mischungen an. Was zeichnet diese Präparate aus? Worauf ist bei der Einnahme zu achten? Ein Überblick.

Bei Durchfall vermehrt sich das Stuhlvolumen durch Anreicherung von Flüssigkeit, gleichzeitig steigt die Anzahl der Darmentleerungen. Die Ursachen sind vielfältig: Hinter dem Symptom können beispielsweise Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Infektionen durch Viren und Bakterien, aber auch Stress, Angst und Aufregung stecken. Unbehandelt kann die Darrhö schnell sehr gefährlich werden, da der Körper rasch große Mengen an Wasser und Mineralstoffen verliert.

Glucose-Elektrolyt-Lösungen sind eine gute Wahl

Dieser Verlust sollte unmittelbar und richtig ausgeglichen werden, da sonst vor allem bei Kindern ernsthafte Konsequenzen drohen. Geeignet dazu sind fertige Glucose-Elektrolyt-Mischungen in Pulverform zur Herstellung einer Trinklösung, beispielsweise von Oralpädon (Arzneimittel; Stada) und Elotrans (Arzneimittel; Stada) oder Saltaldol (Diätetisches Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke; Aristo Pharma). Glucose-Elektrolyt-Lösungen können auch ergänzend zu einem Durchfallmedikament eingenommen werden.

Von dem gängigen Hausmittel „Salzstangen und Cola“ sollte eher abgeraten werden, da hier der Zuckergehalt zu hoch, der Natriumgehalt zu niedrig und Kalium gar nicht enthalten ist. Durch dieses Ungleichgewicht kann der Durchfall eher noch verstärkt werden.

Verkürzung der Durchfalldauer und Verbesserung des Allgemeinbefindens

Ein Beutel wird in 200 Milliliter Trinkwasser oder, falls das nicht vorhanden ist, in 200 Milliliter abgekochtem und abgekühltem Wasser aufgelöst und sofort schluckweise getrunken. Die entstandene Lösung entspricht oder ähnelt in ihrer Zusammensetzung meist der im Jahre 1961 zur Behandlung der Cholera entwickelten WHO-Trinklösung oder auch Oralen Rehydratationslösung (kurz ORL). In einem fertigem Elektrolytgetränk ist eine definierte Zusammensetzung an Natrium-, Kalium-, Chlorid- und Citrat-Ionen zu finden. Zusätzlich enthält das Präparat einen hohen Glucose-Gehalt, deshalb sollten derartige Lösungen von Diabetikern nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt angewendet werden.

Idealerweise sollte die Lösung nur unmittelbar vor Gebrauch hergestellt werden. Diese Mischung ist ausgewogen sowie bedarfsgerecht. Die darin gelöste Glucose unterstützt die Resorption der zugeführten Elektrolyte im Darm. Sie ist für Säuglinge, Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet, verkürzt die Durchfalldauer und verbessert schnell das Allgemeinbefinden. Achtung: Die fertige Lösung ist bei Raumtemperatur nur eine Stunde haltbar. Nicht verbrauchte Lösung sollte danach nicht mehr verwendet werden.

Für Kinder lieber Glucose-Elektrolyt-Mischungen mit Geschmack

Da der süß-salzige, leicht bittere Geschmack der Elektrolytlösung gewöhnungsbedürftig ist, gibt es im Handel Präparate, denen Süßungsmittel, Farb- und Aromastoffe zugesetzt sind. Gerade für Kinder ist das wichtig, denn nur wenn eine ausreichende Menge getrunken wird, kann eine Besserung eintreten. Sonst kann es schnell zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum Schock kommen. Säuglinge und Kleinkinder sollten – je nach Herstellerangaben – 120 bis 150 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht und größere Kinder sowie Erwachsene 20 bis 40 Milliliter pro kg Körpergewicht über 24 Stunden verteilt trinken.

Bei der Durchfallbehandlung von Säuglingen und Kleinkindern sollte unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden. Auch wenn anhaltendes Erbrechen oder Fieber hinzukommen und/oder nach 36 Stunden keine Besserung eintritt, sollte man ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

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