Es ist zum Schreien – Empfehlungen bei Säuglingskoliken

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Für viele Eltern ist es bestürzend, wenn ihr Neugeborenes in den ersten Lebenswochen anfallsartig und manchmal stundenlang schreit. Sie stehen dann oftmals der Verzweiflung nahe in der Apotheke und suchen Rat. Das kannst du für ihr Baby empfehlen.

In den ersten drei Lebensmonaten treten bei Säuglingen häufig Blähungen auf, die Bauchschmerzen und Krämpfe verursachen. Daher auch der Name: Dreimonatskoliken. Die Kinder haben einen harten, aufgeblähten Bauch, überstrecken manchmal den Körper und schreien häufig in den frühen Abendstunden.

Was sind die Ursachen?

Bis heute sind die Ursachen nicht eindeutig geklärt, allerdings gibt es verschiedene Erklärungsansätze, worauf die Blähungen zurückzuführen sind. Primär wird davon ausgegangen, dass das Verdauungssystem noch nicht ausgereift ist und sich an die Nahrung „von außen“ gewöhnen muss. Außerdem schlucken die Kinder beim Trinken und beim Schreien Luft, die dann in festen, feinblasigen Schäumen im Verdauungssystem „gefangen“ ist und im Bauch drückt. Auch spielt bei gestillten Säuglingen die Ernährung der Mutter eine Rolle. Alle „blähenden“ Lebensmittel wie Kohlgemüse, Zwiebel, Knoblauch, Hefegebäck, Hülsenfrüchte und kohlensäurehaltige Getränke können dem Baby zusetzen.

Das kann helfen

In erster Linie ist es wichtig Ruhe zu bewahren und Körperkontakt zum Baby aufzubauen, beispielsweise mit einem Tragetuch oder dem sogenannten Fliegergriff. Dazu legt man das Baby in Bauchlage auf den Unterarm und lässt den Kopf in der Armbeuge ruhen. Auch ein warmes Körnerkissen und eine Bauchmassage im Uhrzeigersinn mit Salben oder Massageölen, die Kümmelöl enthalten (beispielsweise Tamany Windsalbe, Herbaria Kräuterparadies), können schnelle Erleichterung verschaffen. Kümmelextrakte gibt es auch in Form von Zäpfchen (beispielsweise Carum Carvi Baby-Kümmelzäpfchen, Pädia). Diese sind bereits ab der Geburt einsetzbar.

 

Altbewährt sind Tropfen mit Simeticon. Der Wirkstoff lässt die Schaumbläschen im Darm zerfallen. So verlässt die freigesetzte Luft durch ein Bäuerchen oder den Enddarm den Körper und das Baby verspürt schnell Erleichterung. Die Tropfen gibt es mit Bananengeschmack (Velgastin, Engelhard Arzneimittel), im praktischen Pump-Spender (Lefax Pump-Liquid, Bayer Vital) oder mit Himbeergeschmack (sab simplex, Pfizer).

Foto: AMIRA-Redaktion

Das bietet die anthroposophische Medizin

Aus der anthroposophischen Medizin gibt es Kümmelzäpfchen in Kombination mit homöopathischen Substanzen (beispielsweise Wala Carum carvi comp. Säuglingszäpfchen, Wala Heilmittel). Sie sind ab drei Monaten zugelassen und wirken auch gegen Unruhezustände sowie Schlaflosigkeit im Zusammenhang mit den Bauchschmerzen.

Sollten die genannten medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen nicht die Beschwerden lindern oder aber Fieber, Erbrechen oder Durchfall hinzukommen, muss das Kind unbedingt einem Kinderarzt vorgestellt werden, um ernstere Erkrankungen auszuschließen.

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