Kapselherstellung aus Fertigarzneimitteln: So geht’s!
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Falls du in der Apotheke Kapseln herstellst, kennst du bestimmt das Problem: Ein Wirkstoff ist nicht zu bekommen. Manchmal liegt es an Lieferengpässen, manchmal ist der Wirkstoff in Reinform tatsächlich nicht erhältlich.

Dann bleibt dir nichts anderes übrig, als ein Fertigarzneimittel zur Herstellung zu verwenden. Doch wie funktioniert das eigentlich genau? Welche Fehler solltest du unbedingt vermeiden?


Sind die gewählten Tabletten zum Mörsern und Sieben geeignet?

Diese Frage solltest du dir unbedingt vorab stellen. Denn Retardtabletten sind häufig aufgrund der Ummantelung durch einen Filmbildner ungeeignet, wie auch so manche Film- oder Matrixtablette. Wenn du ein geeignetes Fertigarzneimittel gefunden hast, solltest du berücksichtigen, dass du auch bei diesen einen Wirkstoffzuschlag berechnen musst, der die Verluste bei der Herstellung der Kapseln ausgleicht.


Beispielrechnung: Verordnung über 60 Kapseln mit je 0,3 mg Ramipril

Bei einer Rezeptur über 60 Kapseln mit je 0,3 mg Wirkstoff sollten als „Ausgangstabletten“ die Ramipril-Tabletten mit je 2,5 mg Ramipril ausgewählt werden, um so viele Tabletten wie möglich verarbeiten zu können. Damit steigt die Genauigkeit beim Gehalt der Einzelkapsel nochmal an.


0,0003 g x 60 = 0,018 g

0,018 g + 10 % (als Mehreinwaage, um Verluste auszugleichen) = 0,0198 g Ramipril


Eine Ramipril-Tablette enthält 0,0025 g, somit brauchst du umgerechnet 7,92 Tabletten. Die kannst du natürlich nicht exakt zerbrechen, daher hilft diese Rechnung nicht weiter. Du kannst das Problem aber ganz einfach über die Einwaage der einzelnen Tabletten lösen: Indem du das Gewicht einer Tablette bestimmst, weißt du, wie viel du nachher von der gepulverten Substanz abwiegen musst. Wenn eine Tablette mit 0,0025 g Wirkstoff 0,1005 g wiegt, ergeben 7,92 Tabletten gerundet 0,796 g.


7,92 x 0,1005 g = 0,796 g

Die Rechnung lässt sich auch über die benötigte Wirkstoffmenge berechnen. Du kommst dabei auf das gleiche Ergebnis:

0,0198 x (0,1005 g / 0,0025 g) = 0,796 g


Lieber mehr Tabletten nehmen als nötig

Hier ist es sinnvoll, aufgrund der starken Wirkstoffschwankungen bei Fertigarzneimitteln deutlich mehr als acht Stück abzuwiegen, zu mörsern und zu sieben. Die Literatur empfiehlt, immer eine komplette Packung des Fertigarzneimittels zu benutzen – in diesem Fall also eine N1 Packung mit 20 Tabletten komplett zu mörsern, zu sieben und davon die benötigten 0,796 g einzuwiegen. Die restliche Herstellungsmethode unterscheidet sich nicht mehr von der Herstellung mit einer Reinsubstanz.

 

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