Krankschreibung per Videosprechstunde

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Die Digitalisierung macht es möglich: der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschloss kürzlich, dass künftig eine Krankschreibung unter bestimmten Voraussetzungen per Videochat möglich sein wird.

Diese Entscheidung steht nicht grundlegend im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und gilt daher auch nicht befristet. Mit einer solche Krankschreibung sind dennoch gewisse Voraussetzungen verbunden, zudem kann sie auch nicht unbegrenzt ausgestellt und verlängert werden. Anlass ist die berufsrechtliche Lockerung des Verbots der ausschließlichen Fernbehandlung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte in der Musterberufsordnung gewesen, wie aus der Pressemitteilung des G-BA zu entnehmen ist.


Persönliche Vorsprache weiterhin Standard

Als Voraussetzung für die Krankschreibung per Videosprechstunde gilt demnach, dass die oder der Versicherte der behandelnden Arztpraxis bekannt ist und die Erkrankung eine Untersuchung per Videosprechstunde zulässt. Dr. Monika Lelgemann, Vorsitzende des Unterausschusses des G-BA, erklärte: „Entscheidend ist, dass die Patientin oder der Patient in der Praxis bekannt ist. Als Standard für die Feststellung von Arbeitsunfähigkeit gilt weiterhin die unmittelbare persönliche Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Im Einzelfall soll aber die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit über eine Videosprechstunde möglich sein, ganz unabhängig von Pandemiegeschehnissen“.

Eine auf diese Weise ausgestellte Krankschreibung ist auf einen Zeitraum von einer Woche begrenzt. Wer darüber hinaus arbeitsunfähig ist, muss zwingend persönlich beim Arzt vorsprechen. Weiterhin ausgeschlossen sind Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die ausschließlich auf der Basis eines Online-Fragebogens, eines Chats oder auch eines Telefonates ausgestellt werden. Letzteres war während der Corona-Pandemie kurzfristig erlaubt.

 

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