Männermonat Movember: Psychische Belastungen meistern
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November ist Männermonat. Das liegt vor allem an einer weltweiten Initiative: Movember. Sie soll auf das Thema Männergesundheit aufmerksam machen. Dafür lassen sich die Herren der Schöpfung Bart oder Schnäuzer wachsen.

Schicke Schnurrbärte und wilde Gesichtsbehaarung sind das Kennzeichen der Movember-Teilnehmer. Sie möchten damit das Thema Männergesundheit mehr in den Fokus der Öffentlichkeit stellen und sammeln mit verschiedenen Aktionen Spenden. Ein oft vernachlässigter Bereich des Wohlbefindens von Männern ist die Psyche.

Bei Männern kommen Suizide drei- bis zehnmal so häufig vor wie bei Frauen. Sie haben gleichzeitig laut Statistik nur halb so oft Depressionen wie Frauen. Die Datenlage zeigt nicht etwa, dass Männer seltener unter psychischen Belastungen oder Schwermut leiden. Viel eher ist es der Fall, dass Depressionen bei ihnen sehr häufig undiagnostiziert bleiben. Eine unbehandelte psychische Erkrankung kann zum Tod durch Suizid führen. Männern dabei zu helfen, einen Ausweg aus psychischen Erkrankungen zu finden, kann daher lebenswichtig sein.

Druck, Stress, zu wenig Kommunikation – warum Männer depressiv werden

Auch in der modernen Welt hängt die Gesellschaft an vielen Stellen noch in den alten Rollenbildern fest. Der Mann als Familienernährer muss stark sein, das Geld nach Hause bringen, ein Fels in der Brandung sein. Viele gestehen sich daher selbst nicht zu, in Krisensituationen Schwäche zu zeigen oder Hilfe zu suchen. Dabei sorgen Unterstützung, Rat oder Zuspruch gerade bei vorübergehenden depressiven Verstimmungen für Linderung.

Für viele bedeutet die kalte Jahreszeit zudem den Beginn einer Winterdepression. Hinzu kommen Belastungen durch die Corona-Pandemie. Manche haben finanzielle Sorgen durch Kurzarbeit, Auftragsknappheit oder Jobverlust. Andere müssen den Spagat zwischen Beruf und Familie stemmen.

Bekannte Klischees über Männer sind häufig Realität: Sie weinen nicht, reden nicht über Gefühle, zeigen keine Schwäche. All diese über Generationen eingeimpften Klischees hindern Betroffene daran, sich anderen mitzuteilen, um Hilfe zu bitten. So schleicht sich eine Depression oder ein Burn-out unerkannt ein und kann sich festsetzen.

Warum Depressionen so häufig nicht erkannt werden

So wie die Gendermedizin auch für andere weit verbreitete Gesundheitsprobleme wie Herzinfarkte langsam immer mehr Unterschiede zwischen den Geschlechtern herausarbeitet, gibt es ebenfalls bei psychischen Krankheiten verschiedene Anzeichen. Depressionen bleiben bei männlichen Betroffenen häufiger unentdeckt, weil sie sich ganz anders als bei Frauen manifestieren. Männer zeigen oft nicht die klassischen Symptome einer Depression wie Trübsal, Antriebslosigkeit, Sichzurückziehen und Grübeln. Ganz im Gegenteil. Anstatt sich einzuigeln und träge zu werden, kann ihre Aktivität steigen. Ihre Emotionen lassen sie durch Ärger und Wut heraus.

Typische Symptome von Depressionen bei Männern:

  • Ärger und Wut
  • Aggressivität
  • Hyperaktivität
  • Antisoziales Verhalten
  • Substanzmissbrauch

Wie kannst du als Mann etwas für deine psychische Gesundheit tun?

  • Lasse deine schwache, bedürftige Seite zu. Akzeptiere, dass es normal und menschlich ist, nicht alles zu schaffen, Kummer zu haben oder großen Druck nicht ertragen zu können.
  • Halte auch in schwierigen Phasen oder Krisen die Verbindung zu Freunden und Familie aufrecht.
  • Rede mit engen Freunden, deiner Partnerin oder deiner Familie über deine Probleme. Wähle dazu empathische, verständnisvolle Personen aus, mit denen du erfahrungsgemäß gut klarkommst.
  • Lerne in kleinen Schritten, um Hilfe zu fragen oder auch klar zu sagen: „Das ist mir zu viel.“
  • Sei ehrlich zu deinem Arzt. Depressionen und andere psychische Probleme sind anerkannte, ernste Krankheiten, die auch deine körperliche Gesundheit und dein Leben gefährden können. Sage bei einem Arzttermin genau, wie du dich fühlst.
  • Ändere deine Situation Schritt für Schritt. Mache die Dinge im Leben, die dich am meisten belasten, aus und suche nach Alternativen.
  • Sorge in deiner Freizeit für einen Ausgleich zu Beruf und Alltagspflichten. Das können Sport, neue Hobbys, Bewegung an der frischen Luft oder Stressbewältigungstechniken sein.
  • Wenn du glaubst, den Belastungen, dem Druck oder der Traurigkeit nicht mehr standhalten zu können, suche dir Hilfe. Zum Beispiel hier.

 

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