Salbei in der Phytotherapie und Küche – ein Multitalent
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Der aromatisch duftende, bis zu knapp einen Meter hochwachsende Halbstrauch des Echten Salbei (Salvia officinalis) punktet nicht nur in der Phytotherapie mit seinen ätherischen Ölen, sondern auch in der Küche.

Der Echte Salbei gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist eine immergrüne Heil- und Gewürzpflanze, die aus dem Mittelmeerraum stammt. Andere Salbeigattungen kommen dagegen weltweit auf fast allen Kontinenten vor. In seiner Blüte wird er gerne von Bienen besucht. Seine Blätter sind länglich. Du erkennst sie am typischen Geruch und der filzig behaarten Blattunterseite und den hellblau-violetten Blüten.

Inhaltsstoffe und Verwendung des Salbeis

Die Hauptwirkstoffe des Echten Salbeis sind seine ätherischen Öle, die unter anderem Kampfer, Linalool, 1,8-Cineol, Gerbstoffe, Bitterstoffe und Thujon enthalten. Außerdem kommen in der Pflanze viele verschiedene Flavonoide, dabei vor allem Rosmarinsäure und Kaffeesäuren, vor.

Die Einsatzgebiete von Salbei sind vielfältig:

  • Bei Entzündungen im Mundraum helfen seine adstringierenden, antiviralen und antimikrobiellen Eigenschaften. Bei kleinen schmerzhaften Stellen können beispielsweise das Aperisan Salbei-Gel (Dentinox; mit Salbei-Extrakt) oder das Infectogingi Mundgel (Infectopharm; mit einem Auszug aus Salbeiblättern) eingesetzt werden. Vorbeugend gegen Paradontitis wird er für viele Zahncremes wie Salviagalen (Meda Pharma) genutzt.
  • Bei vermehrter Schweißabsonderung können salbeihaltige Präparate wie Sweatosan (Heilpflanzenwohl), Salvysat (Johannes Bürger Ysatfabrik) oder Salbei Curarina Tropfen (Harras Pharma Curarina) helfen. Gut zu wissen: Salbei kann die aufsteigende Hitze lindern und findet daher auch Anwendung in den Wechseljahren.
  • Auch bei Schmerzen im Magen-Darmtrakt wird Salbei eingesetzt. Das ätherische Öl wirkt schmerzlindernd sowie entkrampfend und findet sich daher, zusammen mit anderen Arzneipflanzen, beispielsweise in den Carmol Tropfen (Dr. A. & L. Schmidgall).
  • Salbei ist für seine Funktion als natürliches Heilmittel gegen Halsschmerzen und einen entzündeten Rachen bekannt. Daher ist er in vielen Lutschbonbons in der Freiwahl zu finden. Auch als Tee oder als „Heißer Salbei“-Instantgetränk steht er häufig in der Sichtwahl. Als Arzneimittel zum Gurgeln sind zum Beispiel Salviathymol (Meda Pharma) und Salbei Curarina Tropfen (Harras Pharma Curarina) auf dem Markt.
  • In Shampoos und Haarspülungen kann Salbei gegen fettige Kopfhaut eingesetzt werden. Er kann dabei die Haare etwas dunkler färben und soll bei weißem Haar einem Gelbstich entgegenwirken. In der Apotheke hat ihn daher die Firma Rausch für sich entdeckt und nutzt ihn in ihrer Silberglanz-Reihe.
  • Salbeitee wirkt außerdem milchsekretionshemmend und wird daher in verschiedenen Abstill-Tees verwendet.

Wie du siehst, ist Salbei eine vielseitig einsetzbare Heilpflanze, die zudem eine Bereicherung des Küchen-Kräuterregals sein dürfte. Du kannst ihn für Gerichte mit Wild, Geflügel und Fisch verwenden. Darum haben wir ein schnell zubereitetes und schmackhaftes Rezept für dich rausgesucht.

Pasta in Salbeibutter: italienisches Feeling daheim

Du vermisst das Reisen? Dann haben wir einen kleinen Ausflug in die Toskana für dich vorbereitet. Hole dir das Land, in dem die Zitronen blühen, einfach durch das köstliche Gericht nach Hause. Zur Zubereitung werden folgende Zutaten benötigt:

  • 300 g Spaghetti
  • 100 g Butter
  • 1 Knoblauchzehe
  • 25 frische Salbeiblätter
  • 8 Champignons
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Parmesankäse

Die Nudeln nach Packungsanweisung in Salzwasser kochen. Die Champignons säubern und in Scheiben schneiden. In einer beschichteten Pfanne ohne Butter anbraten, bis sie Farbe bekommen. Zwischenzeitlich die Butter in einer zweiten Pfanne schmelzen und die gewaschenen Salbeiblätter hineingeben. Auf niedriger Stufe circa 5 Minuten braten, damit sich die Butter nicht braun verfärbt.

Den Knoblauch schneiden oder pressen, in die Pfanne geben und kurz garen.

Die fertigen Nudeln und Champignons zur Salbeibutter hinzugeben und gut vermischen. Auf den Tellern anrichten, salzen und pfeffern. Zum Schluss den Parmesan darüber reiben. Buon appetito!

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