Vorerst kein Otriven® mehr an Babys unter einem Jahr
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Die Firma GlaxoSmithKline Consumer Healthcare (GSK) beschränkt die Anwendung von Otriven® gegen Schnupfen 0,025 % Nasentropfen mit dem Wirkstoff Xylometazolin ab sofort auf Kleinkinder im Alter zwischen einem und zwei Jahren.

Das geht aus einer aktuellen Meldung der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) hervor.

Ursprünglich waren die Tropfen auch für Säuglinge unter einem Jahr vorgesehen, doch eine fehlerhafte Dosierpipette sorgte in vielen Fällen, die gemeldet wurden, für Fehlanwendungen und daraus folgend Überdosierungen. Es traten vermehrt Nebenwirkungen wie Beschwerden beim Atmen oder Schlucken auf. Die AMK hatte bereits Anfang des Jahres auf das Risiko von möglichen Fehldosierungen der Tropfen hingewiesen.

Packungen mit alten Gebrauchsinformationen werden nicht zurückgerufen

Voraussichtlich ab heute wird die Ware mit der neuen Altersangabe ausgeliefert. Die aktualisierte Fach- und Gebrauchsinformation enthält weiterhin verbesserte Hinweise zur Applikation der Tropfen an Kinder. Über den ABDATA-Pharma-Daten-Service sollen Apotheken die aktualisierten Produktinformationen dem Vernehmen nach ab dem 15. November 2020 zur Verfügung stehen.

Nach Entwicklung einer neuen Pipettenmontur plant GSK, die Anwendung wieder auf unter Einjährige auszuweiten. Bereits ausgelieferte Packungen mit alten Gebrauchsinformationen werden nicht zurückgerufen. Sie können laut Firma weiter abgegeben werden, allerdings natürlich nur bei Beachtung der neuen Kontraindikation. Die AMK bittet Apotheker*innen darum, Eltern bzw. Erziehungsberechtigte entsprechend darauf aufmerksam zu machen und künftig auftretende Verdachtsfälle inklusive Medikationsfehler weiterhin zu melden.

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