Was bringt der Kurkuma-Shot? Wirkungsloser Trend oder nachweisbare Effektivität?
bg-image

Mit Rezept

Kaum ein Kühlregal im Supermarkt zeigte sich 2020 ohne Kurkuma-Shot und im Internet werden der Gelbwurzel positive Eigenschaften nachgesagt. Doch was bewirkt der Kurkuma-Shot? Hier findest du die Antwort.

Als Curry-Gewürz und Heilpflanze werden die getrockneten Wurzelstöcke – die Rhizome – des Kurkumas verwendet. Im indischen Ayurveda wird die Knolle schon seit rund 2.000 Jahren eingesetzt, zum Beispiel in Form der „Goldenen Milch“. Kurkuma soll das Wohlbefinden stärken und die Verdauung anregen.

Die Kraft der gelben Wurzel: Ist Kurkuma gesund?

Dies ist tatsächlich der Fall: Die Gelbwurzel gehört zur Familie der Ingwergewächse. Sie enthält scharfe Curcuminoide sowie Curcumine. Letztere sorgen für die gelbe Farbe. Zudem enthalten die unterirdischen Triebe ätherisches Öl sowie Stärke. Der Kurkumawurzelstock ist im Herbal Medical Product Comittee als traditionell pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

Aufgrund langjähriger Erfahrung kann Kurkuma der Deutschen Gesellschaft für Phytologie zufolge bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, verlangsamter Verdauung und Blähungen angewandt werden. Die Inhaltsstoffe fördern die Aktivität der Leber. Dazu werden allerdings nicht der Saft, sondern das Pulver der getrockneten Wurzel oder Trockenextrakt in Form von Dragees oder auch wässrige Auszüge als Tropfen empfohlen. Ein Teeaufguss bietet sich ebenso an.

Kurkuma-Shot: Wie oft ist das Verzehren von Kurkuma sinnvoll?

In biologischen Tests, an Untersuchungen mit Zellkulturen sowie in Tierversuchen beobachteten Forscher zudem, dass Curcumin entzündungshemmend wirkt. Allerdings wurden dabei meist sehr große Mengen Kurkuma eingesetzt. Zudem ist die Bioverfügbarkeit von Curcumin stark eingeschränkt, da der Stoff schlecht wasserlöslich und wenig stabil ist. Aus dem Darm und in die Zellen werden deshalb nur sehr geringe Mengen aufgenommen. 

Überbewerten solltest du Kurkuma deshalb nicht. Es gibt bislang keine klaren wissenschaftlichen Beweise dafür, dass die Wirkstoffe aus der Knolle Erkrankungen wie Krebs, Arthrose oder auch nur Erkältungen bei Menschen positiv beeinflussen können. Mehr als einen leckeren, scharfen Geschmack und eine hübsche Farbe bringt der Kurkuma-Shot wahrscheinlich nicht. Die enthaltenen Curcuminoide sind zu niedrig dosiert, um etwas bewirken zu können. Auch ist die Darreichungsform als Saft bei Verdauungsbeschwerden nicht förderlich.

Achtung: In diesen Fällen solltest du Kurkuma meiden

Vorsichtig sollte allerdings sein, wer regelmäßig Medikamente einnimmt. Ihre Wirkung könnte durch Kurkuma negativ beeinflusst werden. So rät das Deutsche Krebsforschungszentrum Patienten davon ab, Produkte mit Kurkuma zu sich zu nehmen. Auch bei Gallenleiden sowie in Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Gelbwurzel gemieden werden.

Kurkuma-Shot-Rezept: So mischst du dir den Drink selbst

Du magst den Geschmack vom Kurkuma und möchtest dir den Trend-Drink daheim zubereiten? Dann haben wir hier das passende Rezept für dich. Dafür benötigst du:

  • 1 Apfel
  • 1 Stück frischen Ingwer (circa 20 g)
  • Saft einer Zitrone
  • 2 g Kurkumapulver
  • Wasser (nach Belieben)
  • Honig oder Agavendicksaft zum Süßen (nach Belieben)

Den Apfel entkernen, grob schneiden. Den Ingwer schälen. Mit allen anderen Zutaten in den Mixer geben. Fein pürieren. Im Kühlschrank hält sich der Ingwer-Kurkuma-Shot bis zu einer Woche.

Kommentare zum Artikel (142)

Nur verifizierte Nutzer können die Kommentare sehen.

Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Wie können wir trotz Pandemie und Stress körperlich sowie mental fit bleiben? Die Bundesvorsitzende des BVpta, Carmen Steves, hat ein paar Tipps! 

In der dunklen Jahreszeit produziert unser Körper nicht mehr so viel Vitamin D wie im Frühling und im Sommer. Doch unser Körper braucht die Substanz für zahlreiche Stoffwechselvorgänge.

Unsere Füße tragen uns durch das ganze Leben, umso unangenehmer ist es, wenn die treuen Wegbegleiter erkranken. Eine harmlose, aber oft verbreitete Infektionskrankheit unserer Füße ist die Fußmykose.

Ulipristalacetat wird häufig nur mit der „Pille danach“ in Verbindung gebracht, bisher wurde der Wirkstoff allerdings auch bei gutartigen Tumoren der Gebärmutter eingesetzt.