Wie gelingen gute Vorsätze zum Jahreswechsel? Tipps für die Beratung (Teil 1)
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Einer der häufigsten Vorsätze zum Jahreswechsel wird selten durchgehalten: das Aufgeben des Rauchens. Weshalb ist es schwierig? Was bewirkt das Nikotin in unserem Körper? Hier findest du Tipps und Informationen.

Deutschland gehört zu den zehn Ländern mit dem größten Raucheranteil weltweit. Glücklicherweise ist die Zahl der Raucher aber in den letzten Jahren gesunken. Das Bundesgesundheitsministerium nennt folgende Zahlen:

  • Unter den Männern rauchen 27 Prozent, unter den Frauen 20,8 Prozent.
  • Jugendliche rauchen deutlich weniger als früher. Ihr Anteil ist den letzten 15 Jahren von 27,5 Prozent auf 7,2 Prozent gesunken.
  • Junge Erwachsenen haben den Rauchkonsum ebenfalls reduziert: Hier gibt es einen Rückgang von 44,5 Prozent auf 24,8 Prozent.

Apothekenangestellte rauchen laut „Tabakatlas Deutschland“ kaum. Die wenigsten Raucherinnen finden sich unter den Apothekerinnen.

Nikotinsucht und ihre Folgen

Das Rauchen ist für über 40 Prozent aller Todesfälle durch Krebserkrankungen verantwortlich und etwa 90 Prozent aller Lungenkrebspatienten sind Raucher*innen. Auch Schlaganfälle, Herzinfarkte, periphere Verschlusskrankheiten (Raucherbein) und vorzeitige Hautalterung zählen zu den Komplikationen.

Warum gibt es trotz aller bekannten gesundheitlichen Gefahren einen großen Raucheranteil und weshalb reduziert sich die Zahl nicht deutlich schneller? Nikotin macht süchtig – psychisch und physisch. Wer mit der berühmten „Silvestermethode“ – von einem auf den anderen Tag und ohne Hilfsmittel – das Laster aufgibt, leidet unter nervöser Gereiztheit, innerer Unruhe, Schlafstörungen, Problemen bei der Konzentration, Hungerattacken, depressiven Episoden und teilweise starken Kopfschmerzen. Das Verlangen nach dem nächsten Nikotinschub beherrscht die Gedanken.

Nikotinpflaster und Co. – wie kannst du deine Kunden optimal beraten?

Beim Nikotinentzug hilft nicht ein einzelnes Medikament oder Produkt. Zuerst muss das eigene Rauchverhalten kritisch hinterfragt werden und der Auslöser bestimmt werden. Sind es eher Stresssituationen oder ist das Rauchen eine Art Beruhigungsmittel? Raucht der betroffene Kunde nur in Gemeinschaft oder für sich allein? Auf diesem Weg lassen sich Lösungsansätze finden, um die Trigger zu vermeiden.

Was bietet sich als Nikotinersatz und damit als gesundheitsförderliche Belohnung an? Das kann individuell sehr unterschiedlich sein. Allgemein ist es sinnvoll, den Rauchstopp-Versuch nicht im normalen Alltag zu beginnen, sondern beispielsweise im Urlaub – um die gewohnte Umgebung zu verlassen.

Medikamentöse Entwöhnung als Alternative

Wer dem dringenden Verlangen ohne medikamentöse Unterstützung nicht schafft, kann in der Apotheke Hilfe suchen. Die detaillierte S3-Therapieleitlinie „Screening, Diagnose und Behandlung des schädlichen und abhängigen Tabakkonsums” gibt als erste Empfehlung die sogenannte Nikotin-Ersatztherapie. Dabei wird nicht das Nikotin ersetzt, sondern nur das Medium – aus der Zigarette wird ein Pflaster, ein Kaugummi oder ein Spray.

Starken Rauchern, die täglich mehr als 20 Zigaretten konsumieren, sollte eine Kombination von Pflastern und den stärkeren 4-Milligramm-Kaugummis, Lutschtabletten, Spray oder Inhaler angeboten werden. Das Dosierschema sieht wie folgt aus:

  • Woche 1 bis 8 – einmal täglich ein Pflaster mit 25 mg
  • Woche 9 bis 10 – einmal täglich ein Pflaster mit 15 mg
  • Woche 11 bis 12 – einmal täglich ein Pflaster mit 10 mg

Weniger starke Raucher dosieren nach diesem Schema:

  • Woche 1 bis 8 – einmal täglich ein Pflaster mit 15 mg
  • Woche 9 bis 12 – einmal täglich ein Pflaster mit 10 mg

Das Pflaster wird gleich nach dem Aufstehen an eine trockene, fettfreie und unbehaarte Stelle des Körpers geklebt. Die Hersteller empfehlen den Bereich des Oberkörpers, der Hüfte oder des Oberarms. Vor dem Schlafengehen wird es abgezogen.

Am Folgetag sollte eine andere Klebestelle ausgewählt werden und während der Anwendung das Rauchen vermieden werden. Beim kurzen Duschen kann das Pflaster auf der Haut verbleiben. Wer schwimmen gehen oder in die Sauna möchte, sollte es vorsichtig abziehen, fusselfrei aufbewahren und danach wieder anbringen.

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