Wochenrückblick 12. – 16. Oktober 2020

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Diese Woche in unserem Rückblick: Neuigkeiten beim Corona-Impfstoff, Corona-Schnelltests und das VOASG.

Corona-Impfstoff

Die Corona-Infektionszahlen sind alarmierend. Immer mehr Städte und Regionen in Deutschland werden zu Risikogebieten erklärt. Parallel gibt es aber auch gute Nachrichten, was einen möglichen Impfstoff gegen das Virus angeht. Das Hamburger Universitätsklinikum UKE teilte am Freitag mit, dass die klinische Phase für den vektorbasierten Impfstoff MVA-SARS-2-S begonnen habe. Demnach haben mehrere freiwillige Probanden den Impfstoff verabreicht bekommen. „Bisher verlief alles erwartungsgemäß und nach Plan“, erklärte Professorin Dr. Marylyn Addo. Sie ist Leiterin der Infektiologie des UKE und verantwortliche Prüfärztin der klinischen Studie. Der Impfstoff geht auf ein modifiziertes Pockenvirus (MVA) zurück, der die Erbinformation für das Spike-Protein des Coronavirus SARS-CoV-2 enthält, das im Körper des Geimpften produziert wird und als Antigen fungiert. Es ist übrigens der erste Vektorimpfstoff gegen SARS-CoV-2, der in Deutschland getestet wird.

Welcher Impfstoff hierzulande als Erstes zugelassen wird, ist derzeit noch schwer vorherzusagen. Derzeit werden weltweit mehr als 40 Kandidaten am Menschen erprobt. Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass Zulassungen von Corona-Impfstoffen noch in diesem Jahr erfolgen könnten, sofern deren Studiendaten positiv sind. Um möglichst viele Impfdosen abgreifen zu können, hat die EU bereits jetzt Lieferverträge mit Pharmakonzernen vereinbart. Da davon auszugehen ist, dass nicht für alle Bevölkerungsgruppen genug Impfstoff zur Verfügung stehen wird, gibt es Überlegungen, nach welchen Kriterien priorisiert werden sollte. Die Gesellschaft für Virologie (GfV) hat in diesem Zusammenhang kürzlich einen Vorschlag unterbreitet.

Corona-Schnelltests

Solange es noch keinen Impfstoff gegen das Virus gibt, geht es vorrangig weiter um die Verlangsamung seiner Ausbreitung. Ein Mittel, um die aktuelle Ausbreitung zu erfassen, sind die Schnelltests, die durchgeführt werden. Die Bundesregierung arbeitet derzeit am Dritten Bevölkerungsschutzgesetz, mit dem sie dafür sorgen will, dass diese Schnelltests häufiger und leichter durchgeführt werden können. Denn bislang sieht das Infektionsschutzgesetz vor, dass nur Ärzte meldepflichtige Krankheiten wie das Coronavirus feststellen dürfen. Mit dem neuen Gesetz soll dieser Passus nun abgeschafft werden, sodass auch Pfleger in Heimen etwa die Tests machen können. Die ABDA setzt sich dafür ein, dass auch Apotheker die Befugnis erhalten, die Tests nicht nur abzugeben, sondern auch durchzuführen. Das „flächendeckende Netz“ der Apotheken biete der Bevölkerung einen niedrigschwelligen Zugang zu Gesundheitsleistungen und sollte ebenfalls für die Versorgung mit Point-of-Care-Tests genutzt werden, so die Begründung. Nach wie vor gebe es allerdings viele Unklarheiten, bemängelt die ABDA.

Spahn vs. Apotheker und Ärzte

Schwer unter Beschuss geraten ist in den letzten Tagen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit seinen Aussagen zur Verfügbarkeit vom Grippeimpfstoff. Der Minister hatte erklärt, dass es zwar zu regionalen und zeitlich begrenzten Lieferschwierigkeiten kommen könne. Versorgungsengpässe aber gebe es definitiv nicht. Ganz anders sehen das Apotheker und Ärzte. Diese Engpässe gebe es sehr wohl, hieß es einschlägig in zahlreichen sozialen Medien. „Apotheker in Nordrhein vermelden sehr große Engpässe bei Grippeimpfstoffen“, teilte am Freitag zudem der Apothekerverband in Nordrhein-Westfalen AVNR. Eine Blitzumfrage unter den Mitgliedern des AVNR zur Verfügbarkeit von Grippeimpfstoffen habe dieses „zentrale Ergebnis“ geliefert. Innerhalb von drei Tagen hätten sich rund 400 Mitgliedsapotheken (das entspricht etwa 20 Prozent) zurückgemeldet. „Nahezu alle bewerten die Nachfrage nach Grippeimpfstoffen zum jetzigen Zeitpunkt als ‚sehr viel höher‘ als im Vorjahr und beurteilen die Verfügbarkeit als ‚schlecht‘ oder ‚sehr schlecht‘“, so der AVNR. Gerald Quitterer, seines Zeichens Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, riet der Politik, sie solle nicht nur die Bevölkerung zum Impfen aufrufen, sondern auch sicherstellen, dass vor allem Risikopatienten und chronisch Kranke die Impfung auch erhalten könnten.

VOASG

Das Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) befindet sich auf der Zielgeraden. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, soll es noch im Oktober, genau genommen am 29., den Bundestag passieren. Sicher ist zumindest, dass sich das Plenum an jenem Tag damit befassen wird. Doch selbst wenn die Apothekenreform in zwei Wochen abgesegnet werden sollte, ist das Gesetz damit noch nicht druckreif. Es wird davon ausgegangen, dass gegen das VOASG geklagt wird.

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