Wochenrückblick 28. September – 2. Oktober
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Es ist Samstag und damit Zeit für unseren wöchentlichen Rückblick. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre und einen angenehmen Feiertag.

AvP – Erleichterung bei betroffenen Apothekern

Diese Nachricht dürfte gestern für große Erleichterung bei den betroffenen Apothekern gesorgt haben. Die ABDA und die TK gaben gemeinsam bekannt, dass die TK einen Ausgleich für die Rezepte der Apotheken zahlt, die im September von der AvP zu einem anderen Rechenzentrum gewechselt sind. Die Ausgleichszahlungen sollen zum 5. Oktober über die neuen Rechenzentren erfolgen, die die AvP-Apotheken nun betreuen. In die Wege leitete die Regelung der Deutsche Apothekerverband (DAV). DAV-Chef Fritz Becker zeigte sich zufrieden: „Wir müssen an die Probleme, die sich aus der AvP-Insolvenz ergeben, pragmatisch herangehen und so schnell wie möglich Abhilfe schaffen. Die Vereinbarung, die wir mit der TK getroffen haben, hilft den betroffenen Apotheken schon mal kurzfristig, Liquiditätsengpässe zu dämpfen. Wir sind aber parallel in Gesprächen, um eine solche Lösung zeitnah für den gesamten Ersatzkassenbereich hinzubekommen.“

Auch in der bundesweiten Politik ist die AvP-Insolvenz ebenfalls ein Thema. Der FDP-Politiker Karsten Klein bezeichnete Apotheker und ihre Teams mit Blick auf ihre Leistungen in der Corona-Pandemie als „Helden“ und rief dazu auf, die nun von der Insolvenz betroffenen Pharmazeuten mit zinslosen Krediten unter die Arme zu greifen. Ein überraschender Vorstoß aus der Partei, die sich selbst nicht als „Apothekerpartei“ (FDP-Chef Christian Lindner) sieht. Massendarlehen und einen Rettungsschirm forderten in den letzten Tagen auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die Apothekengewerkschaft ADEXA.

Corona-Impfstoff – Rolling-Review-Verfahren & Phase III

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat am Donnerstag bekanntgegeben, dass sie ein sogenanntes Rolling-Review-Verfahren für den Coronavirus-Impfstoff „Vektorvakzine AZD1222“ von Astra-Zeneca und der Universität Oxford startete. Damit soll am Ende die Zulassung des dringend benötigten Impfstoffs beschleunigt werden. Begründet wurde der Schritt mit dem Gesundheits-Notstand, in dem sich die Welt derzeit befinde. Üblich ist es eigentlich, dass alle Studien abgeschlossen und ausgewertet sein müssen, bevor ein Hersteller bei der EMA die Zulassung eines Wirk- oder Impfstoffs beantragen kann. Der Impfstoffkandidat befindet sich mittlerweile in der Phase III der klinischen Prüfung.

Parallel dazu werden bereits seit Wochen Überlegungen angestellt, wo die (Massen-)Impfungen gegen das Virus durchgeführt werden können. Bundesgesundheitsminister Spahn ist der Ansicht, dass sich Messehallen durchaus eignen könnten. Sein Ministerium befinde sich wegen der Organisation der Impfzentren in Gesprächen mit den Bundesländern. Wahrscheinlich sei bei der Impfung auch eine Priorisierung der Risikogruppen, da es wohl anfangs nicht für alle Menschen Impfstoffe geben werde.

Grippe-Impfungen – Honorare für Ärzte zu niedrig?

Dass ein Großteil der Ärzte kein Befürworter der Grippe-Impfungen in Apotheken ist, hatten wir an dieser Stelle mehrfach berichtet. Nun sind der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und der Berufsverband Deutscher Internisten der Meinung, dass das für Apotheker vorgesehene Honorar für eine Impfung zu hoch sei. Die Verbände forderten die Politik auf, „schnellstmöglich die Honorare für die Grippeimpfung auch für die Ärzte anzuheben“. Die Ärzte hätten viel höhere Kosten als Apotheker, das müsse sich bei den Honoraren niederschlagen.

Sorge müsste derweil sowohl Ärzten als auch Apothekern eine Umfrage im Auftrag der ABDA bereiten, wonach sich fast jeder zweite Risikopatient nicht gegen Grippe impfen lassen wolle. Fritz Becker vom DAV reagierte mit Kopfschütteln: „Dabei ist die Impfung sicher und gut verträglich. Wer geimpft ist, schützt nicht nur sich, sondern auch andere vor Ansteckung. Das sollte Ansporn genug sein.“



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