Wochenrückblick 5. Oktober - 9. Oktober
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Die Woche im Überblick: Bei der AvP-Insolvenz gibt es endlich Erleichterung für die Apotheken, der Corona-Impfstoff befindet sich in der Testphase und das Modellprojekt für Grippeimpfung in den Apotheken ist gestartet.

Nobelpreise 2020 verliehen

Den diesjährigen Medizinnobelpreis teilen sich drei Forscher, die das Hepatitis-C-Virus entdeckt haben. Das Karolinska-Institut in Stockholm teilte am 5. Oktober den Grund für ihre Entscheidung mit: Harvey J. Alter (USA), Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice (USA) haben die Ursache für Fälle chronischer Hepatitis gefunden und zusätzlich noch Blutuntersuchungen sowie neue Medikamente ermöglicht, die Millionen von Menschenleben gerettet hätten. Der Nobelpreis für Chemie ging am 7. Oktober an Emmanuelle Charpentier aus Frankreich und Jennifer A. Doudna aus den USA für die maßgebliche Entwicklung der „Gen-Schere“ CRISPR/Cas. Mit dieser Technologie kann mit hoher Präzision das Erbgut verändert werden. Das Komitee begründete seine Entscheidung damit, dass diese Erfindung die Biowissenschaften revolutioniert habe, zu neuen Krebstherapien beitrage und möglicherweise sogar dabei helfen könne, Erbkrankheiten zu heilen.

Apotheken dürfen weiterhin Handdesinfektionsmittel herstellen

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat den Apotheken für weitere 180 Tage die Herstellung von Handdesinfektionsmitteln auf Basis von 2-Propanol und Ethanol erlaubt. Aufgrund der beginnenden Erkältungssaison und der zusätzlich rapide ansteigenden Zahl von COVID-19-Neuerkrankungen muss in den kommenden Wochen wieder mit einer steigenden Nachfrage nach Handdesinfektionsmitteln gerechnet werden. Ob die Hersteller von Desinfektionsmitteln trotz Ausbau ihrer Produktionskapazitäten diesen Bedarf decken können ist derzeit noch nicht abzusehen. Die Apotheken könnten diese mögliche Versorgungslücke wie auch im vergangenen Frühjahr wieder schließen.

Produktrückruf: Die Maus im Tee

Am 6. Oktober veröffentlichte die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) einen Chargenrückruf für Kamillenblüten der Firma Bombastus. Dort hieß es, die Charge mit der Ch.-B.: 20001343 habe eine „tierische Verunreinigung“. Auf Nachfrage der Deutschen Apotheker Zeitung (DAZ) erklärte die Firma, in einer Apotheke wäre bei der Wareneingangskontrolle eine tote Maus in einer Packung gefunden worden. Dies hatten die Mitarbeiter bei Bombastus angezeigt. Die Rücknahme zur Gutschrift der betroffenen Charge erfolgt mittels OTC-Formular über den pharmazeutischen Großhändler, bei dem sie bezogen wurde. Auch der Vertriebsinnendienst von Bombastus steht für weitergehende Fragen zur Verfügung.

AvP-Insolvenz: Bund will betroffenen Apotheken helfen

Am 7. Oktober beratschlagten sich im Gesundheitsausschuss des Bundestags verschiedene Vertreter des Bundesgesundheits-, und des Bundeswirtschafts-, und des Bundesfinanzministeriums zum Thema AvP-Insolvenz. Anwesend waren auch Vertreter der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Jan Philipp Hoos und der derzeitige AvP-Geschäftsleiter Ralf R. Bauer. Als Soforthilfemaßnahme sollen nun kurzfristig Kredite der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bereitgestellt werden. Diese haben besonders günstige Zinskonditionen und können von den betroffenen Apotheken über ihre Hausbank vermittelt werden. Zusätzliche Hilfen fordern außerdem die FDP und die Grünen. Diese sollen im Rahmen von Sondersitzungen noch beraten werden.

Modellprojekt Grippeimpfung in der Apotheke gestartet

In Nordrhein-Westfalen und dem Saarland ist nun das Modellprojekt "Grippeimpfung in der Apotheke" gestartet. Am 5. Oktober wurde in der Donatus Apotheke in Bornheim bei Bonn der erste Patient in einer deutschen Apotheke vom Inhaber Dr. Markus Reiz gegen die saisonale Grippe geimpft. Die Möglichkeit dazu wurde mit dem im März dieses Jahres verabschiedeten Masernschutzgesetz geschaffen. Mehr als 60 Apotheken, die dem Apothekerverband Nordrhein zugehörig sind, haben bereits eine Zusatzqualifikation zur Durchführung von Grippeschutzimpfungen erworben. Pro Impfung erhalten die Apotheker 12,61 Euro netto von der AOK Nordrhein.

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