Wochenrückblick: EU-weit anerkannte Schnelltests, RKI-Warnung, mehr Geld für Einsatz im Impfzentrum
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Das Robert-Koch-Institut ist wegen der Virusvarianten besorgt und warnt vor vorzeitigen Lockerungen. Der Einsatz in Impfzentren könnte sich finanziell bald noch mehr lohnen. Mehr dazu und weitere News in unserem Wochenrückblick.

Grünes Licht für EU-weit anerkannte Corona-Schnelltests

Um zu viele Abweisungen an der Grenze zu reduzieren, haben sich die Staaten darauf verständigt, negative Corona-Tests zu akzeptieren. Diesen Prozess sollen die schon länger verfügbaren Antigentests beschleunigen. Da der Markt kaum noch zu überblicken ist, haben sich die EU-Staaten auf die folgende Liste mit 16 Antigentests geeinigt, die gegenseitig anerkannt werden sollen:

  • Abbott Rapid Diagnostics, Panbio™ COVID-19 Ag Rapid Test
  • AMEDA Labordiagnostik GmbH, AMP Rapid Test SARS-CoV-2 Ag
  • Becton Dickinson, BD Veritor System for Rapid Deteciton os SARS-CoV-2
  • Beijing Lepu Medical Technology, SARS-CoV-2 Antigen Rapid Test Kit (Colloidal Gold immunochromatography)
  • BIOSYNEX SWISS SA, BIOSYNEX COVID-19 Ag BSS
  • CerTest Biotect S.L., CerTest SARS-CoV-2 CARD TEST
  • Hangzhou Clongene Biotech, Clungene COVID-19 Antigen Rapid Test Kit
  • Healgen Scientific Limited, Coronavirus Ag Rapid Test Cassette (Swab)
  • LumiraDX UK LTd, LumiraDx SARS-CoV-2 Ag Test
  • nal von minden GmbH, NADAL COVID -19 Ag Test
  • Quidel Corporation, Sofia 2 SARS Antigen FIA
  • SD BIOSENSOR, Inc., STANDARD F COVID-19 Ag FIA
  • SD BIOSENSOR, Inc., STANDARD Q COVID-19 Ag Test
  • Siemens Healthineers, CLINITEST Rapid COVID-19 Antigen Test
  • Xiamen Boson Biotech Co, Rapid SARS-CoV-2 Antigen Test card
  • Zhejiang Orient Gene Biotech Co., Ltd, Coronavirus Ag Rapid Test Cassette (Swab)

Ab dem 01. März soll zudem jede/r Bürger*in bundesweit die Möglichkeit bekommen, einen Antigentest durchführen zu lassen. Das Bundesgesundheitsministerium schlägt vor, für die Beschaffung und Durchführung der Tests eine einheitliche Vergütung einzuführen – im Gespräch sind neun Euro.

RKI schlägt Alarm

Die Fall- und Reproduktionszahlen in den meisten Bundesländern stagnieren, obwohl sich zunächst ein Abwärtstrend zeigte. Diese Entwicklung könnte mit den Virusvarianten zusammenhängen. Das Robert Koch-Institut (RKI) schlug am Freitag deswegen Alarm. „Wir wissen noch nicht genau, ob die besorgniserregenden Varianten dabei eine Rolle spielen“, sagte RKI-Chef Lothar Wieler zwar, der Anteil der Variante B 1.1.7. steige jedoch rasant an. Deshalb erwartet Wieler in den kommenden Wochen mehr Ausbrüche. „Es werden auch mehr junge Erwachsene, Jugendliche und auch Kinder erkranken“, so der RKI-Chef. Die Bekämpfung der Corona-Pandemie werde dadurch schwieriger, ebenso das Ziel eines niedrigen Inzidenzniveaus zu erreichen. Er sprach sich daher gegen vorzeitige Lockerungen aus und betonte die Wichtigkeit des Tragens von Masken über Mund und Nase – „auch im Büro, im Auto und in öffentlichen Verkehrsmitteln“. Wieler riet außerdem dazu, die Impfangebote anzunehmen. Trotz allem gebe es keinen Grund, sich entmutigen zu lassen.

Mehr Geld für Apotheker*innen und PTA in Impfzentren?

Apotheker*innen und PTA, die im Impfzentrum zum Einsatz kommen, dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf eine höhere Vergütung machen: Die Bundesregierung soll laut einem Beschluss des Bundesrats prüfen, ob die Tätigkeit von der Sozialversicherungspflicht befreit werden kann. Für die ärztlichen Kollegen hat die Länderkammer diese Anpassung bereits beschlossen. Sie bekommen mehr Netto aus ihrem Einsatz im Impfzentrum.

„Apotheker ohne Grenzen“ ruft Apotheken zu Sach- und Geldspenden auf

Die Hilfsorganisation „Apotheker ohne Grenzen“ will in der andauernden Pandemie möglichst viele Obdachlose in Deutschland mit einem persönlichen Alltagshygiene- und Körperpflegepaket versorgen. „Unser Ziel ist die Versorgung von über 10.000 Obdachlosen durch die einmalige Abgabe einer Hygiene-Tüte, die wichtige Hygieneutensilien wie FFP2-Masken, Taschentücher, Hustenbonbons, Seife, Einmalrasierer, Pflaster, Intimtücher, OP-Masken, Lippenpflege, Zahnbürsten, Einmalhandschuhe, Körperlotion, Desinfektionsgel und/oder Mundspülung enthält“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Organisation. Möglich gemacht werden soll das durch Spenden: „Wir rufen alle Apotheken, Pharmaunternehmen und Förderer auf, unsere Aktion mit Spenden zu unterstützen.“ In diesen schwierigen Pandemie-Zeiten gelte es weiterhin gemeinsam zusammenstehen.

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