Wochenrückblick: Gehaltstarifvertrag, Moderna-Impfstoff, Maskenverteilung und mehr

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Die Vergütung für Apothekenangestellte und -auszubildende steigt an. Der Moderna-Impfstoff erhält die EMA-Empfehlung. Die zweite Phase der Maskenverteilung hat begonnen. Weitere relevante News findest du im Wochenrückblick.

Mehr Gehalt für das Apothekenpersonal ab 2021

Seit dem 01. Januar 2021 erhalten die Apothekenangestellten von 15 Kammerbezirken mehr Gehalt. Es steigt – wie auch die Ausbildungsvergütung – um 1,5 Prozent an. Ausgenommen ist das Personal in den Kammerbezirken Nordrhein und Sachsen. Dieser Tarif kann, mit einer Frist von drei Monaten, frühestens zum 31. Dezember 2021 gekündigt werden. Wenn du dich über die neuen Tarife informieren möchtest, schau bei ADEXA nach.

Lockdown verlängert

Am 05. Januar 2021 hat die Bundesregierung beschlossen, den „Lockdown light“ vorerst bis zum 31. Januar zu verlängern. Außerdem wurden verschiedene Neuregelungen beschlossen:

  • Private Treffen sind nur noch mit dem eigenen Hausstand plus einer Person außerhalb dieses Hausstandes möglich. Im Gegensatz zur Regelung davor werden Kinder unter 14 Jahren ab sofort als Person gezählt.
  • Kitas und Schulen bleiben geschlossen; in manchen Bundesländern sollen die Schüler*innen an weiterführenden Schulen ab dem 18. Januar Fernunterricht erhalten. Je nach Infektionsgeschehen können die Grundschulen wieder mit Präsenzpflicht starten. Abschlussklassen dürfen ebenfalls in prüfungsrelevanten Fächern unterrichtet werden.
  • Pro Elternteil gibt es zehn zusätzliche Tage Kinderkrankengeld, das heißt pro Jahr und Elternteil 20 Tage. Alleinerziehende erhalten 20 Tage zusätzlich, also insgesamt 40 Tage im Jahr. Der Anspruch gilt auch, wenn das Kind wegen Corona nicht in die Schule oder Kita gehen kann.
  • In Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen bezogen auf 100.000 Einwohner kann der Bewegungsradius auf 15 Kilometer rund um den eigenen Wohnort verhängt werden – Ausnahmen gelten für Arztbesuche und das Aufsuchen des Arbeitsplatzes.
  • Bis spätestens Mitte Februar ist voraussichtlich das Impfen alle Bewohner*innen von stationären Pflegeeinrichtungen realisierbar.

Zweite Phase der Maskenverteilung seit 06. Januar

Seit Mittwoch ist die erste Phase der FFP2-Maskenausgabe an Risikopatient*innen in den Apotheken offiziell beendet. Nun beginnt die zweite Phase, in der die Krankenkassen fälschungssichere Bezugsscheine an ihre Versicherten per Post verschicken. Sie können sowohl in stationären Apotheken als auch in Versandapotheken eingelöst werden. Pro Bezugsschein erhalten die Versicherten sechs FFP2-Masken für einen Eigenanteil von 2 Euro. Der Berechtigungsschein verbleibt nach dem Einreichen in der Apotheke und muss bis zum 31. Dezember 2024 unverändert aufbewahrt werden.

Preisbindung für SARS-CoV-2-Antigentests aufgehoben

Das Bundesministerium für Gesundheit hat die seit 09. Dezember geltende Preisverordnung zum 1. Januar 2021 zur Deckelung der Preise für Antigentests aufgehoben. Bisher durften die Apotheken pro Test 60 Cent plus Umsatzsteuer auf den Abgabepreis des Herstellers als eigenes Honorar aufschlagen. Die Händler und Großhändler erhielten 40 Cent plus Steuer.

Keine Verwendung mehr von steuerbefreitem Alkohol

Obwohl die ABDA angeregt hatte, die biozidrechtliche Regelung zur steuerfreien Verwendung von Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmitteln bis zum 5. April 2021 zu verlängern, endete sie zum 31. Dezember 2020. Seit dem neuen Jahr darf unvergällter Alkohol somit nur zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet werden. Bereits hergestellte Desinfektionsmittel dürfen noch bis zum 5. April 2021 abverkauft werden. Überbestände können bis zum 01. März 2021 an ein Steuerlager zurückgegeben werden, um eine Steuerentstehung zu vermeiden.

Neuigkeiten rund um Corona-Impfstoffe

Moderna hat für ihren Corona-Impfstoff die EMA-Empfehlung erhalten – jetzt fehlt lediglich die endgültige Zulassung der EU-Kommission. Auch das Moderna-Produkt ist ein mRNA-Impfstoff. Er muss beim Transport und der Lagerung nicht so stark wie der Impfstoff von BioNTec gekühlt werden. Für die längerfristige Aufbewahrung benötigt das Präparat minus 20 Grad (BioNTech: minus 70 Grad) und bleibt etwa 30 Tage (BioNTech: maximal fünf Tage) bei normalen Kühlschranktemperaturen stabil.

Die EMA hat derweil eine Änderung der Zulassung für den Biontech/Pfizer-Covid-19-Impfstoff Comirnaty genehmigt. Demnach ist es nun formal erlaubt, sechs Dosen nach Verdünnung aus einer Ampulle zu entnehmen. Bislang waren fünf möglich. „Das sind wichtige und gute Neuigkeiten. Wir können kurzfristig 20 Prozent mehr Menschen impfen, ohne dafür anderen den Impfstoff wegzunehmen“, kommentierte Dr. Peter Liese, gesundheitspolitischer Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP/Christdemokraten), die Aufstockung.

Zudem wurde bekannt, dass Comirnaty offenbar auch vor den in den letzten Wochen in Großbritannien und Südafrika aufgetauchten und deutlich ansteckenderen Virusmutationen schützt. Das geht aus Labordaten von Pfizer hervor.

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